Dr. Bihr neuer Vorsitzender des Fördervereins Palliativversorgung

Zehn Jahre lang und damit seit der Gründung hat Dr. Detlef Kollmeier als erster Vorsitzender die Geschicke des Fördervereins Palliativversorgung für die Kreiskliniken Esslingen e. V. geleitet. Bei der jüngsten Mitgliederversammlung in den Räumen der Volksbank Plochingen eG übergab er sein Amt an Dr. Franz Bihr, Leitender Oberarzt der Spezialisierten ambulanten Palliativversorgung (SAPV) im Landkreis.

© U. Rapp-Hirrlinger

Dr. Bihr, E.Benz, Dr. Kollmeier (v.l.)

Dr. Franz Bihr hat die Palliativstation in Ruit aufgebaut und war dort leitender Oberarzt. Ab 2010 baute er zusätzlich die SAPV auf. Weil der Arbeitsaufwand in der SAPV nicht mehr mit seinen anderen Funktionen in der Klinik zu vereinbaren gewesen sei, konzentriere er sich seit 2014 ganz auf die ambulante Versorgung, sagte er vor den Mitgliedern des Fördervereins.
Einstimmig wiedergewählt wurden auch die zweite Vorsitzende, Sandra Achilles, Vorstandsvorsitzende der Volksbank Plochingen eG, und Tanja Franz, Stationsleitung im Krankenhaus Nürtingen, die für das Veranstaltungsmanagement zuständig ist.

Zehn Jahre Förderverein, das bedeute eine zwar langsame, aber stetige Mitgliederentwicklung von anfangs acht auf inzwischen 125 Personen, sagte Dr. Kollmeier in seinem Bericht. Er erinnerte auch an die Anfänge der Palliativversorgung im Landkreis. Aus einem vom Landrat initiierten Runden Tisch seien drei Palliativstationen in den Kreiskliniken in Ostfildern-Ruit, Esslingen und Nürtingen – heute Medius-Kliniken - entstanden. Ihm liegt am Herzen, dass diese weiterhin eigenständig arbeiten können und nicht mit anderen Stationen zusammengelegt werden.


Gut betreut auf den Palliativstationen


Dass die Menschen dort gut betreut werden, hört Dr. Kollmeier immer wieder auch von Angehörigen. Aus diesem Grund unterstützt der Förderverein die Kunst- und Musiktherapie auf den Palliativstationen, wie auch Abschiedsfeiern für Verstorbene.

Doch weil die meisten Menschen am liebsten zuhause sterben möchten, fördert der Verein nach einer Anschubfinanzierung durch den Landkreis die SAPV seither kontinuierlich mit großen Beträgen unter anderem durch die Finanzierung von Autos für die Hausbesuche oder Laptops.

„Das geht aber nur, weil wir so großzügige Spender haben“, betonte der scheidende Vorsitzende. Spenden erhält der Verein häufig aus Anlass von Todesfällen, jüngst sammelte aber auch ein Hochzeitspaar für den Förderverein, erzählte Kassier Torsten Schwarz. Er berichtete über die gute Kassenlage.


Viele Projekte gefördert


Über 35 000 Euro gingen 2016 an Spenden ein, mehr als 58 000 Euro flossen in zahlreiche Projekte. „Das ist mit einer der höchsten Beträge seit Bestehen des Vereins“, erklärte Schwarz, dem eine einwandfreie Kassenführung bescheinigt wurde. Unterstützt wurde unter anderem die Supervision von Mitarbeitern der SAPV und der Palliativstationen. Zu den großen Anschaffungen zählen ein portables Ultraschallgerät für die SAPV und ein Atemgasbefeuchter für die Palliativstation in Nürtingen.


Bedarf an SAPV wird steigen


„Der Förderverein, besonders aber die SAPV und die Palliativstationen sind ein Erfolgsmodell“, so Dr. Kollmeiers Bilanz. Dass der Bedarf vor allem an ambulanter Palliativversorgung noch steigen wird, davon ist Dr. Bihr überzeugt. Schon jetzt versorge die SAPV mit jährlich rund 550 Patienten im Landkreis mehr als das prognostizierte eine Promille der Bevölkerung. 90 Prozent dieser Patienten werden im häuslichen Umfeld betreut, fünf Prozent im Esslinger Hospiz und lediglich fünf Prozent sterben schließlich doch in einer Klinik.


Elvira Benz, stellvertretende Geschäftsführerin der Medius-Kliniken, bedankte sich bei Dr. Kollmeier für sein großes und langjähriges Engagement. Rund 200 000 Euro habe der Förderverein in den zehn Jahren seines Bestehens für den guten Zweck investiert und viele Projekte angestoßen. „Sie haben für den Förderverein und die Menschen, die von diesen Projekten profitieren, Erstaunliches geleistet und können den Führungsstab getrost abgeben“, sagte sie an den scheidenden Vorsitzenden gewandt. Seinem Nachfolger bescheinigte Benz: „Sie leisten wertvolle Arbeit und die Medius-Kliniken begrüßen es sehr, dass Sie dieses Amt übernehmen.“