Hospiz Esslingen mit dem Paul Lechler Preis ausgezeichnet

Das Hospiz Esslingen der Evangelischen Gesamtkirchengemeinde ist mit dem Paul Lechler Preis 2018 ausgezeichnet worden. Die Lechler Stiftung würdigt damit das Projekt „Letzte Fragen – Esslingen im Dialog“, das den Aufbau einer Sorgekultur in der Stadt zum Ziel hat und vom Förderverein gemeinsam mit der Lechler Stiftung finanziert wird.

W.H. Lechler, S. Kränzle, B. Weißenborn, S. Bessey (v.l.)

Sozialminister Manfred Lucha und Professor Walter Herwarth Lechler, der Vorsitzende des Stiftungsrates und Urenkel Paul Lechlers, übergaben den Preis an Susanne Kränzle, die Leiterin des Hospiz, Dekan Bernd Weißenborn und Siegfried Bessey, den Vorsitzenden des Gesamtkirchengemeinderats, sowie Dr. Andreas Heller, Professor an der Karl-Franzens-Universität Graz und seinen Kollegen Dr. Patrick Schuchter von der an der Alpen-Adria-Universität Klagenfurt, Wien, Graz, die mit Susanne Kränzle das Projektteam bilden und „Letzte Fragen“ wissenschaftlich begleiten.

Ins Leben gerufen wurde die Lechler Stiftung 1875 von Paul Lechler. Der Großkaufmann, Fabrikant und Sozialreformer wollte bewusst soziale Verantwortung übernehmen. Er legte fest, dass zehn Prozent des „Geschäftsnutzens“ an Arme und Bedürftige gegeben werden sollten und verpflichtete auch seine Nachkommen darauf, diesen „biblischen Zehnten“ aus dem Ertrag der Firmen der Familie dafür einzusetzen.

Großzügige Förderung des Hospiz Esslingen

Die Lechler Stiftung gehört seit Jahren zu den großen Förderern des Hospiz. Insgesamt 165 000 Euro hat die Stiftung bisher an das Hospiz gegeben. Hinzu kommt nun das Preisgeld von 40 000 Euro, das unter anderem für die Weiterführung des Projektes eingesetzt wird. Ausschlaggebend für die Förderung und Auszeichnung des Projektes „Letzte Fragen“ sei gewesen, dass es in die Bevölkerung hineinwirke. „Bewusstseinsbildung ist uns sehr wichtig“, sagt Dieter Hauswirth, Vorsitzender der Lechler Stiftung.

Dr. Andreas Heller sprach in seinem Vortrag zum Thema „Sorgekultur für Menschen am Lebensende“ auch die Frage an, wie Sorge getragen werden kann für Schwache und Ausgegrenzte. Sein Fazit: Die Hospizbewegung leistet über alle Aus- und Abgrenzungen hinaus Friedensarbeit in der Gesellschaft und bedingungslose Sorge für alle, die sie brauchen und wollen. Susanne Kränzle und Patrick Schuchter stellten das Projekt „Letzte Fragen –Esslingen im Dialog“ vor.

Land vervierfacht Förderung der Hospiz- und Palliativversorgung

Sozialminister Lucha berichtete, dass der künftige Doppelhaushalt des Landes die finanzielle Förderung der Hospiz- und Palliativversorgung im Land vervierfacht. Er könne nicht genug danken für das, was die Hospizarbeit im Land bewirke und wie großartig er das Esslinger Leuchtturmprojekt empfinde, sagte er am Rande der Veranstaltung zu Susanne Kränzle, die auch Vorsitzende des Hospiz- und PalliativVerbandes Baden-Württemberg ist.

Der Festakt im Stuttgarter Hospitalhof wurde musikalisch umrahmt von den Hymnus-Chorknaben, die Paul Lechler gegründet hat. Das Hospiz teilt sich den Preis mit der Ökumenischen Hospizinitiative im Landkreis Ludwigsburg, die 10 000 Euro für ein Projekt der Hospizarbeit für Menschen mit geistiger Behinderung erhielt.

www.hospiz-esslingen.de